Im Laufe des Lebens erleiden die meisten Menschen immer wieder kleinere oder größere Stöße gegen den Kopf. Neben klaren Schädeltraumata wie bei Unfällen und Stürzen kommt es auch im Alltag häufig zu scheinbar harmlosen Stößen – etwa beim Sport, im Haushalt oder in der Kindheit. Diese Einwirkungen können die Spannung innerhalb der Schädelstrukturen beeinflussen.
Der Begründer der Osteopathie, Andrew Taylor Still, formulierte im 19. Jahrhundert den zentralen Grundsatz:
„Structure governs function“ – „Die Struktur bestimmt die Funktion“.
Auch vermeintlich leichte Verletzungen können vorübergehende oder länger anhaltende Beschwerden nach sich ziehen.
Zu den typischen Beschwerden in der Folge gehören:
- Kopfschmerzen oder Druckgefühl im Kopf
- Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen
- Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
- schnelle Ermüdbarkeit
- Licht- und Geräuschempfindlichkeit
- Reizbarkeit oder Schlafstörungen
Diese Symptomkonstellation wird häufig als postkommotionelles Syndrom bezeichnet.
Zeitverzögerte und übersehene Zusammenhänge
Neben den direkten Folgen aktueller Verletzungen können auch lange zurückliegende Ereignisse eine Rolle spielen – insbesondere dann, wenn Beschwerden ohne klaren Auslöser bestehen bleiben.
Solche Zusammenhänge werden im Alltag meist nicht mehr berücksichtigt, da frühere Ereignisse als ausgeheilt gelten. In der therapeutischen Praxis zeigt sich jedoch, dass anhaltende oder wiederkehrende Beschwerden manchmal erst im Rückblick mit früheren Kopfbelastungen in Verbindung gebracht werden.
Beobachtungen aus der Praxis, wie sie unter anderem von André Saine beschrieben werden, legen nahe, solche zeitlich verzögerten Zusammenhänge in die Betrachtung einzubeziehen.
Eine weiterführende Untersuchung kann insbesondere sinnvoll sein, wenn:
- Beschwerden länger bestehen oder wiederkehren
- kein eindeutiger aktueller Auslöser erkennbar ist
- mehrere Symptome gleichzeitig auftreten
- die Belastbarkeit im Alltag eingeschränkt ist
- bisherige Behandlungen nicht ausreichend wirksam waren
Die Bilateral Nasal Specific Technique (BNS) ist ein manualtherapeutischer Ansatz zur Mobilisierung von Schädelstrukturen. Dabei wird berücksichtigt, dass der Körper auch langfristig funktionelle Anpassungen oder Spannungsmuster entwickeln kann. Verletzungen im Bereich des Kopfes wie auch frühere Gehirnerschütterungen gehören zu den wichtigsten Indikationen für BNS.
Die Behandlung soll hierbei bewirken, Spannungen im Bereich des Schädels zu reduzieren, die Beweglichkeit der Schädelstrukturen zu verbessern und funktionelle Beschwerden auf diese Weise positiv zu beeinflussen.
Erfahrungsberichte
Das Lehrbuch von Dr. André Saine, das derzeit nur auf Englisch erhältlich ist (https://nasal-specific.org/literatur-mehr/), enthält zahlreiche Erfahrungsberichte zur Behandlung nach Kopfverletzungen. Auf der Website von Dr. George Siegfried (https://www.nasalspecific.com), die ebenfalls nur auf Englisch verfügbar ist, berichten Patienten in Videos über ihre Erfahrungen mit den Ergebnissen ihrer BNS-Behandlung bei Kopfverletzungen.
